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Ranger-Tours: Ein Besuch bei Fred Bollmann

Wahnsinn! Was für eine tolle Szene! Was für eine starke Aufnahme! So ging es mir oft beim Betrachten der Seeadlerbilder, welche Fotografen von den Touren mit Fred Bollmann mitbrachten. Und als ausgesprochener Liebhaber von Greifvögeln, insbesondere von Adlern, war mein Wunsch natürlich klar. Da will ich auch hin!
Seeadler - begehrtes Fotoobjekt
Seeadler - begehrtes Fotoobjekt
Juli 2008. Endlich war es soweit. Lange habe ich mit mir gehadert. Denn abgesehen von den eigenen, erforderlichen Fähigkeiten spielt die finanzielle Seite einer solchen Unternehmung keine unerhebliche Rolle! Aber dafür habe ich vorgesorgt. Also ging es ans Buchen. Nach dem Stöbern auf der, zugegebener Maßen, nicht sonderlich aufwendigen Website unter www.ranger-tours.de, weckte jedoch ein anderer Adler mein Interesse: der Schreiadler. Nach einigen Recherchen war klar, er wird das Hauptziel meines Besuches. Also bei Fred angerufen und alles klar gemacht!

Ankunft in Feldberg

Altes Zollhaus
Unterkunftsgebäude Doppelzimmer
Altes Zollhaus
Unterkunftgebäude Doppelzimmer
Nach der Anreise mit dem Auto von Dortmund nach Feldberg trafen wir uns mit Fred am Alten Zollhaus. Von hier aus starten die Touren. Sehr schön gelegen am Luzinsee mit kleiner Seeterasse lädt es zum Verweilen und Entspannen ein. Die Atmosphäre ist angehnehm, die Bedienung sehr nett. Ich habe mich für die Übernachtung im Gästehaus entschieden. Mit 74,00 EUR für das Doppelzimmer inklusive sehr leckerem Frühstück ist es ein faires Angebot. Die Zimmer sind gut ausgestattet, ein Parkplatz befindet sich direkt am Haus. Der Fußweg von 100m zum Alten Zollhaus sollte für den engagierten Fotografen kein Problem sein. Die Nächte sind sehr ruhig und man wird morgens durch fröhliches Gezwitscher der Singvögel direkt vor den Fenstern geweckt. Auch wenn dieser Umstand beim morgentlichen Weckruf um 05:00 Uhr nicht immer ausreichend zu würdigen ist. Das ist nämlich die Zeit, auf welche man sich einstellen sollte, wenn man mit Fred gemeinsam zu den Seeadlern herausfahren will. Da heißt es zügig raus aus den Federn und ab zum Zollhaus.

Milvus milvus

Erst einmal schauen was es gibt
Rotmilan kurz vor dem Beutegriff
Erst einmal schauen was es gibt
Überflug, noch kein Zugriff
Rotmilan kurz vor dem Beutegriff

„Jetzt kooooomm!!“ Fred rief den Milan und zeigte ihm den Köderfisch. In hohem Bogen warf er ihn hinaus auf den See. Der Milan kam nicht. Also den Fisch wieder einsammeln und das Spiel begann von vorne. Aber dann fand der Milan Gefallen an der leichten Beute und stieß mehrfach zu uns herab. Ein einmaliges Schauspiel! Und da war sie geweckt, die Fotografenehre. Da muss doch was drin sein! Ohne eine gute Aufnahme wollte ich nun nicht nach Hause kommen. Aber es ist wirklich schwerer als es aussieht. Mit 500mm in der Hand, den Vogel verfolgend, den Fokus haltend und im richtigen Moment abdrücken. Es hat riesig Spass gemacht!

Aquila pomarina

10:15 Uhr, Ankunft im Tarnversteck. Es ist bedeckt, Nieselregen. Als Luder hat Fred einen Rehbock ausgelegt, welcher einem Unfall zum Opfer gefallen war. Ich teile den Ansitz mit einer Hornisse. Kein wirklich gutes Gefühl. Der Ansitz befindet sich auf einem Privatgelände, der Horst der Schreiadler mit aktuell einem Jungvogel im angrenzenden Waldstück. Geduld ist gefragt. Bis 17:15 Uhr tut sich nichts am Luder. Ein junger Seeadler, welcher in einem Baum in der Nähe sitzt, genießt meine Aufmerksamkeit. Dann nehme ich eine Bewegung in meinem Augenwinkel wahr. Da hat sich tatsächlich ein Schreiadler am Luder niedergelassen. Welch ein Glück! Aber es ist nur von kurzer Dauer. Genau 7 Minuten dauert das Intermezzo.
Schreiadler im Landeanflug Schreiadler am Luder
 Junger Seeadler
Schreiadler im Landeanflug
Schreiadler am Luder
Junger Seeadler
Dann beschließt der junge Seeadler seinem Futterneid zu folgen und vertreibt den Schreiadler. Selbst aber am Luder uninteressiert begibt er sich wieder in seinen Baum. Um 18:03 Uhr ist der Pommernadler wieder gelandet, unweit des Luders und den Rest des Weges laufend. Mit seinem hohen Stand ist er ausgezeichnet für die Jagd zu Fuß gerüstet. Nach weiteren 11 Minuten das gleiche Spiel. Seeadler landet, Schreiadler flüchtet, Seeadler verläßt den Luderplatz, Schreiadler kehrt zurück. Trotz der schlechten Wetterbedingungen, hohen ISO-Zahlen und oft zu langen Verschlusszeiten bin ich glücklich mit meinen Ergebnissen nach Hause gefahren.
Im Versteck
Objektivöffnung Das Versteck
Im Versteck
Objektivöffnung Das Versteck

Haliaeetus albicilla

05:00 Uhr. Der Wecker klingelt. Aufstehen! Jetzt aber nix wie raus aus den Federn. Heute soll es soweit sein: Seeadler beim Zugriff auf den Fisch. Das wär ein Bild. In meiner Vorstellung habe ich es selbstverständlich schon tausende Male gemacht, aus allen erdenklichen Winkeln und immer bei bestem Morgenlicht. Dann die Ernüchterung. Es ist bedeckt. Dass es nicht regnet ist noch der positivste Aspekt dieses Morgens. Leider hat der Seeadler heute kein Interesse an uns. Mehr als ein, zwei kurze Überflüge schenkte er uns nicht. Und genau das war es, was mich hat die ganze lange Zeit zögern lassen diese Tour zu buchen. Denn 100 EUR je Ausfahrt sind eine Menge Geld.

Aber aufgeben war nicht mein Ziel. Und gerade weil der Seeadler selbst entscheidet ob er kommt oder nicht, ist es immer noch etwas Besonderes diesen majestätischen Vogel so nah erleben zu können. So verlagerte sich die gesamte Hoffnung auf den 2. Tag. Denn auch für den kommenden Morgen hatte ich eine Ausfahrt gebucht. Und in der Nacht machte ich sie wieder. Die wunderbaren Aufnahmen - leider nur im Traum.
Ausfahrt zum Adler
Der Ranger Vorbereitung des Köderfisches
Ausfahrt zum Adler
Der Ranger
Vorbereitung des Köderfisches
„Jetzt kooooomm!!“ Fred rief den Seeadler und zeigte ihm den Köderfisch. Und wie schon beim Milan warf er ihn in hohem Bogen hinaus auf den See. Wieder kam der Adler nicht. Also den Fisch wieder einsammeln, und das Spiel begann von vorne. Es dauerte über 1 Stunde. Dann kam der Seeadler. Und wieder hieß es 500mm halten, zielen, verfolgen und im richtigen Moment abdrücken. Das war ein Schauspiel. Dieser riesige Vogel zeigte sich uns in voller Pracht! So hatte ich mir das vorgestellt. Manchmal klappt es eben. Dann werden Träume war!
Seine Majestät
Beim Beuteanflug
Zugriff!
Und ab mit der Beute!
Seine Majestät Beim Beuteanflug
Zugriff!
Und ab mit der Beute!

Links:

Fred Bollmann - www.ranger-tours.de

Hotel - www.romantik-am-see.de

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