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Fotomotiv Haubentaucher

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Herausforderung Sommermotiv

Haubentaucher 
Haubentaucher - Podiceps cristatus
 

Der Haubentaucher (Podiceps cristatus) ist einer, wenn nicht sogar der in Deutschland am weitesten verbeitete Lappentaucher. Mit seinen von im Prachtkleid dunkelbraun bis orange gefärbten Federkragen, braunen Flügeldecken und Rücken, seinen roten Augen und der hellen Halsunterseite sowie dem hellen Bauch ist er ein farbenfrohes Fotomotiv. Diese Art hat es in den letzten Jahren geschafft sich mit uns Menschen zu arrangieren. Kaum ein Gewässer, und sei es noch so stadtnah, wird von ihm verschmäht. Mit eindrucksvollen Balzspielen erfreuen uns die Taucher im Frühjahr um dann in dem Monaten Mai - Juli zu brüten. Der Haubentaucher baut sich dazu ein schwimmendes Nest aus nassen Pflanzenmaterial. Wenn auch die Regel sagt das der Taucher sein Nest meist gut im Schilf oder Binsen versteckt, so kann ich aus eigenen Beobachtungen von Nestern berichten, welche offen einsehbar waren. In Seitenarmen oder Kanalenden von Staugewässern findet man die Nester auch mittig und somit zu allen Seiten offen angelegt.

Insbesondere schwere Unwetter, wie sie uns in den letzten Jahren vermehrt heimsuchten, führen dann mangels Schutz oftmals zur Zerstörung der Nester. Dann wird auch schon einmal Ende Juli - Anfang August mit einer neuen Brut begonnen. Bei meinen Beobachtungen konnte ich 2 - 3 Eier im Nest feststellen, größere Gelege habe ich selber nie gesehen.

 

Herausforderungen

Die Häufigkeit einer Art hat nichts damit zu tun ob sie leicht oder schwer zu fotografieren ist. Abgesehen von der Schwierigkeit eine Art zu finden und sie anschließend ohne Störungen fotografieren zu können, gibt es weitere, nicht zu unterschätzende Aspekte die beachtet werden müssen.

Runter auf Augenhöhe

"Runter auf Augenhöhe" - eine bekannte Fotoweisheit. Auch hier gilt sie natürlich. Fotografieren wir Wasservögel, so bedeutet dies fast immer das Stativ ins Wasser zu stellen. Hat man einmal diese Regel befolgt und umgesetzt, so wird man sich schwerlich mit Bildern aus erhöhter Position zufrieden geben. Es ist wie ein Virus der einen infiziert. Derartige Bilder üben eine wunderbare Faszination auf den Betrachter aus. Auge in Auge mit dem Taucher, der Hintergrund löst sich auf, man fühlt sich geführt in seine Welt. Zumindest in die über dem Wasser.

Winkelsucher und Gummistiefel

 Winkelsucher
  Winkelsucher

Sind Objektiv und Kamera knapp über dem Wasserspiegel ist ein Winkelsucher durchaus von Vorteil. Er erspart dem Fotografen sich selbst komplett ins Wasser setzen oder gar legen zu müssen. Nicht umhin allerdings kommt man in der Regel um Gummistiefel, wenn nicht sogar eine Wathose. Diese kann man jedoch recht günstig im Anglerbedarf erwerben. Wenn Sie sich am Ufer ins Wasser begeben dann achten Sie als Naturfreund selbstverständlich auf ausgewiesene Schutzgebiete und die Hinweise der Wasser- und Schiffahrtsämter. Bevor sie den ersten Schritt tun sollten Sie die Vögel in Ruhe beobachten. Ist am Gewässer Publikumsverkehr? Sind Wassersportler auf dem Wasser regelmäßig unterwegs? Wie verhalten sich die Vögel im Menschennähe? Das Störungen zu vermeiden sind ist nicht gesondert zu erwähnen.

Kontraste

Aufnahmen von Haubentauchern sind ohne Zweifel in fast jeder Community in nicht zu geringer Zahl zu finden. Gute Aufnahmen sind schon weniger verbreitet, richtig schöne Bilder eher in der Minderheit. Neben der vernachlässigten Regel auf Augenhöhe zu fotografieren ist der Kontrast des Federkleides des Tauchers ein weiterer Grund hierfür. Die dunkelbraunen Partien und die schwarzen Kopffedern stehen im krassen Gegensatz zu den hellen Bereichen auf den Wangen, der Halsunterseite sowie dem Bauch. Ich kann nur empfehlen Testaufnahmen zu machen und die Lichter zu kontrollieren. Belichtungskorrekturen musste ich oft genug bis hin zu - 1 vornehmen. Man muss dann alerdings schon aufpassen das die dunklen Bereiche nicht "absaufen". Die digitale Technik jedoch gibt uns mit dem RAW mehr Freiheiten und macht uns das Leben durchaus leichter.

Archivierung und RAW-Konverter

Obwohl die digitale Fototechnik vieles einfacher und manche Umsetzung von Bildideen überhaupt erst realität werden lässt, verleitet sie doch auch zur "Schlamperei". Was früher mit großem Einsatz im eigenen Fotolabor geschah muss heute am Rechner erledigt werden. Die Ironie des Digitalzeitalter liegt schließlich darin, dass man im gleichen Zeitraum sehr viel mehr Bilder macht als mit Ananlogfilm und sich somit selbst zwingt mehr Zeit vor dem heimischen PC zu verbringen. Insbesondere zwei Aspekte möchte ich an dieser Stelle kurz einmal beleuchten. Beginnen wir mit der Frage nach dem Umgang mit den ganzen Aufnahmen. Sie kennen das sicher alle. Man kommt zurück vom erfolgreichen Fotowochenende, vom Ansitz oder gar aus dem Urlaub. Die Bilder sind entweder schon auf der kleinen transportablen Festplatte gelandet oder befinden sich noch auf den Speicherkarten. Es gilt nun die Bilder auf den endgültigen Speicherplatz zu verschieben und dabei eine eindeutige Kennzeichnung vorzunehmen. Ich habe mich irgendwann einmal entschlossen ein Ordnersystem auf einem gespiegelten Festplattensystem anzulegen und nutze dieses heute noch. Dabei habe ich mich von den Kategorien der allseits bekannten fotocommunity leiten lassen und diese in Form von Dateiordnern nachgebildet. Diese Ordnerstruktur befindet sich im Hauptordner "Archiv". Daneben gibt es einen zweiten Hauptordner, diesen habe ich "Originaldaten" genannt.

Komme ich also mit meiner vollen Speicherkarte nach Hause, gehe ich wie folgt vor:

Ich starte Adobe Lightroom und wähle dort Datei=>Fotos vom Gerät importieren aus. In dem sich nun öffnenden Dialogfenster wähle ich im ersten Schalter "Fotos an einen neuen Speicherplatz kopieren und dem Katalog hinzufügen" aus.  Als Speicherort wähle ich meinen Ordner "Originaldaten", in der Schaltfläche "Ordnen" wähle ich "Nach Datum:xx.xx.xxx". Die Dateibenennung habe ich Benutzerdenfiniert eingestellt. Dabei habe ich mich für JJJJMMTT-Stunde-Minute-Sekunde entschieden, eine solche Datei heißt dann beispielsweise 20090805-19-14-44.CR2 . Nun kommt der erste eigentliche Clou einer Bilddatenbank. Im Bereich "Anzuwendende Informationen" kann ich Metadaten auswählen. Diese kann ich vorab generell einstellen und abspeichern. Für meine  Haubentaucheraufnahmen habe ich mir eine entsprechende Vorlage angelegt. Diese beinhaltet neben Namen und Anschrift des Fotografen auch einen grundsätzlichen Bildtitel und den Ort der Aufnahme. Dann kopiere ich alle Bilder auf meine Speicherplatten. Im Anschluss erhalten alle Dateien noch Stichwörter. Diese helfen die Bilder schneller wieder zu finden und erleichtern mir die spätere Zuordnung zur Enstehung und zum Inhalt der Bilder. Für Adobe Lightroom gibt es preiswert im Internet Stichwortkataloge zu kaufen. Hier sind hierarchisch Zuordnungen zu Tierart, Gattung, Klasse, Herkunft von Ort über Land bis Kontinent usw. möglich. Ich markiere also im Modul Bibliothek von Lightroom die entsprechenden Bilder und ziehe mit der Maus einfach die Zuordnung Haubentaucher ( Podiceps cristatus ) auf die Bilder. Damit werden neben diesen Stichworten auch "Taucher Pinguin, Vogel, Tier, Umwelt" zugeordnet. Im Ortsbaum des Stichwortkataloges wähle ich zum Beispiel Mühlheim a.d. Ruhr aus. Automatisch werden darüber hinaus die Stichworte "Nordrhein-Westfalen, DEU Deutschland, Europa, Herkunft" zugeordnet. Die Stichwortlisten sind jederzeit zu bearbeiten oder zu erweitern. Eine tolle Möglichkeit einfach viele Informationen auf ein Bild zu vereinen! Im Anschluss werden die Bilder gesichtet und mit dem Druck auf die X-Taste zum Löschen vorgemerkt oder mit P als ausgewählt markiert. Ein P erhalten bei mir alle die Bilder, welche ich als sehr gut befinde. Nach dem Löschen der X-gekennzeichneten Aufnahmen werden die Habentaucherbilder an ihren endgültigen Platz in den entsprechenden Ordner verschoben. 

Nun geht es an die Bildentwicklung.

Lightroom - Arbeitsflächen
 
 Meine Lightroom Arbeitsfläche auf zwei Monitoren  

Nebenstehend sehen Sie meine Lightroom Arbeitsfläche unter Nutzung von zwei Monitoren. Auf dem linken Bildschirm befinden sich die Thumbs, auf dem Rechten ist eigentliche Arbeitsbereich. An dieser Aufnahme des Haubentauchers kann man die Herausforderung der Kontraste ganz gut erkennen. Im Original neigen einige Partien an der Bauchseite sowie an den Wangen auszufressen. Da mir Die Haltung des Vogels sehr gefällt und ich das Bild im RAW vorliegen habe, kann nun die eigentliche Bildentwicklung beginnen. Die ausgewählte Aufnahme erscheint groß auf dem Arbeitsbereich. Ich bin bereits in das Modul Entwickeln gewechselt. Mit der aktuellen Version stellt Adobe ein recht mächtiges Tool zur Verfügung. Auch wenn ich immer wieder einmal DPP, den Original Canon-Konverter nutze, so habe ich Lightroom

 LR-Werkzeuge
 LR-Palette

zu schätzen gelernt. Zurück zum Modul Entwickeln. In der Werkzeugpalette am rechten Bildrand sehen sie neben dem Histogramm und einigen grundlegenden Aufnahmedaten die beiden Bereiche, welche ich für die Kontrastbewältigung nutze. Im oberen Bereich können Sie Einfluß auf die Belichtung der Aufnahme nehmen. Die Veränderungen nehmen sie durch ziehen an den Reglern vor oder sie geben die absoluten Werte hinter den Reglern direkt ein. Der Einsatz der Regler sollte zurückhaltend erfolgen, die Veränderungen sehen sie sofort in der Aufnahme. Der nächste Regler, Wiederherstellung, macht seinem Namen alle Ehre. Es ist wirklich erstaunlich was man damit aus scheinbar ausgefressenen Bereichen noch heraus zaubern kann. Ein weiteres Werkzeug nennt sich Aufhelllicht. Dunkle Partien werden damit aufgehellt. Der Einsatz des Aufhelllichtes kann dazu führen, dass das Bild anschließend etwas flach aussieht. Mit dem Regler Schwarz werden die ganz dunklen Bereiche weiter nach unten korrigiert. So kommt wieder mehr Plastizität ins Bild. Ebenfalls sehr angetan angetan bin ich von dem Werkzeugbereich Region. Lichter und Tiefen werden hier noch durch helle Farbtöne und dunkle Farbtöne ergänzt. Auch diese Werkzeuge arbeiten sehr effektiv und haben mir schon oft geholfen den Bildern zu ihrem angemessenen Auftritt zu verhelfen. Ich bin kein Profi in Sachen Bildbearbeitung, der Spieltrieb hat mir geholfen das Programm zu erkunden. Für meine Anwendungsfälle kann ich das Tool sehr gut einsetzen. dennoch soll nicht verschwiegen weden, das ich die endgültige Bearbeitung der Bilder nach wie vor in Photoshop mache. Dort wird entrauscht, skaliert, geschärft. Die oben beschriebenen vorbereitenden Arbeiten jedoch führe ich mit Lightroom durch und übertrage das Bild im Anschluss an Photoshop. Nachstehend noch zwei Details aus dem Bauchbereich des Haubentauchers um die Wirkung zu verdeutlichen.

Original RAW
nach der EBV
 Original RAW nach der EBV

Was sonst noch schwimmt

In meinem Fotorevieren liegen die Nester der Haubentaucher in Nachbarschaft zu denen der Blässhühner (Fulica atra). Dies führt oftmals zu Streitereien zwischen den Arten, Nistmaterial wird sich gegenseitig hemmungslos geklaut und auch Angriffe sind zu beobachten. Es kommt durchaus vor das die Blässhühner es schaffen die Haubentaucher von ihrem Nest zu vertreiben und dieses dann zu erobern. In den ruhigen Brutphasen der Haubentaucher bieten sich also durchaus andere, spannende Motive. Bei meinen aktuellen fotografischen Beobachtungen hält sich darüber hinaus auch ein Paar Höckerschwäne (Cygnus olor) in direkter Nachbarschaft auf. Auch sie bieten sich ab und zu als Fotomotiv an. Beide sind nicht minder herausfordernd in der Kontrastbewältigung. Das weiße Gefieder der Schwäne mit voller Durchzeichnung auf den Chip zu bannen ist nicht so banal wie es scheint. Fast noch schwieriger sind die Blässhühner zu fotografieren. Das leichte Rosa von Schnabel und Stirn steht im starken Gegensatz zum schwarzen Gefieder. Beide Arten bieten sich also nicht nur als wunderschöne Motive an, sie lassen den Fotografen auch verzweifeln, fluchen, lernen und, gelingt die Aufnahme unter den vorgenannten Aspekten, pure Freude verspüren.

Die Brut

 Größenwahn?
 Größenwahn?

Nach der beeindruckenden Balz, welche ich selbst erst einmal und auch nur aus weiter Entfernung beobachten konnte, wird ein Nest gebaut. Dieses schwimmende kleine Wunderwerk wird auch während der gesamten Brutzeit immer wieder mit neuem Material von beiden Partnern versorgt. Dabei werden Wasserpflanzen ebenso verwendet wie Zivilistionsabfälle und im Wasser schwimmende Äste. Diese Äste können dann schon mal Dimensionen annehmen, die den Betrachter in Staunen versetzen. Nach der Eiablage wird abwechselnd gebrütet. Dieses Jahr war wieder eine besondere Herausforderung für die Lappentaucher. Die klimatischen Bedingung umfaßten die gesamte mögliche Bandbreite. An Tagen von über 30°C mussten die Vögel die Brut ebenso im stabilen Temperaturbereich halten wie bei den teilweise sinntflutartigen Regenfällen. Meinen Respekt haben sie sich dafür verdient! Als Fotograf kann ich jederzeit den Standort wechseln, in den Schatten gehen oder direkt zu Hause bleiben. Die Taucher haben zumindest die Möglichkeit sich im Wasser abzukühlen, soweit das in einem flachen, stehenden Gewässer überhaupt geht. Das war es dann aber auch schon mit dem Komfort.  

Aus dem Notizbuch

Gedankenstütze
 
 Gedankenstütze 

Zu meinen Beobachtungen nehme ich immer ein kleines Notizbuch mit um mir das eine oder andere zu Notieren. Nachfolgend ein Auszug daraus:

10.-14. August 2009

An diesen Tagen bin ich immer von ca. 15:00 Uhr bis 20:00 Uhr vor Ort. Die Brut erfolgt wie üblich durch beide Partner, die ständige Nestfpflege, das Wenden der Eier sowie regelmäßige Abkühlung bestimmen das Bild.

17. August 2009

Das gleiche Bild. Es ist leicht bedeckt. Mit von der Partie sind wieder die 4 Zwergtaucher, 2 Blässhühner, 1 Paar Schwäne, 1 Paar Bachstelzen, 1 Teichhuhn und 1 Graureiher. Die Zwegrtaucher sind nicht nur sehr klein und schnell, sie sind auch sehr vorsichtig und somit kaum zu fotografieren.

18. August 2009

Die Sonne strahlt mit ganzer Kraft. Gegen 16:10 Uhr erhebt sich der Hauebntaucher und zeigt die beiden Eier. Ich fühle mich wie im Backofen, der Schweiß läuft. Um 16:20 Uhr kommt der Partner zur Brutablösung. 16:45 Uhr, der Haubentaucher verläßt zur Abkühlung kurz das Nest. 17:00 Uhr, die Situation wiederholt sich. 17:10 Uhr - heute muß ich früher nach Hause.

19. August 2009

17:00 Uhr, zwei Eier im Nest. Die Sonne scheint unerbittlich, es sind um die 30°C.

20. August 2009

18:00 Uhr, Wolken, bedeckter Himmel. Der Haubentaucher sitzt auf dem Nest. Es ist wärmer als gestern, auf der Herfahrt zeigte der Wagen 35°C Aussentemperatur. Wasserlinsen bedecken fats die gesamte Wasseroberfläche. 18:10 Uhr, Brutablösung, die beiden Eier sind kurz zu sehen.

21. August 2009

Heute bin ich selbst nicht vor Ort. Ein Fotofreund informiert mich jedoch darüber das nur noch ein Ei im Nest liegt, jedoch kein Jungvogel zu sehen ist.

22. August 2009

06:00 Uhr morgens, die Haubentaucher sind beide am Nest. Nebel liegt über der Ruhr. Im Licht des nebenstehenden Hauses wirkt die Szenerie fast schon gespenstisch. 06:10 Uhr, der brütende Altvogel verändert die Position. Beim Aufstehen bin ich mir nicht sicher ob es wirklich nur ein Ei ist. Der Partner ist noch immer in der Nähe. Noch liegt Ruhe über den Niederungen. Morgentau benetzt die Pflanzen. Aus der Ferne sind Entenrufe zu vernehmen. Langsam zieht der Nebel über das Wasser. Auf der nahen Absperrung im Wasser sitzen, ähnlich Hühnern auf der Leiter, die Blässhühner aneinander gereiht. Ein schöner Anblick im Gegenlicht. Zwie Kormorane überfliegen mich und die Rabenkrähen lassen durch ihre Krallen auf dem Blechdach des Hauses Trippeltöne erklingen. Der Wasserspiegel ist wieder gesunken, ich schätze um die 10cm. 06:18 Uhr, während sich der Partner nun doch langsam vom Nest entfernt wird auf diesem nochmals sichtbar das es sich eindeutig um ein Ei handelt. Nun melden sich auch die Zwergtaucher lautstark und werden langsam aktiv. 06:30 Uhr, noch hält sich der Nebel. Gänse sind zu höhren. Sie kommen näher, ich kann sie jedoch nicht sehen. Müssten sie nicht schon über mir sein? Da!, ca. 18 Gänse tauchen in Formation aus dem Nebel auf. Derweil bleibt der zweite Haubentaucher doch in der Nähe des Nestes und schnappt sich einen Fisch nach dem anderen. 08:12 Uhr, Brutablösung, wieder mußte der Rückkehrer einige Minuten warten bis er auf das Nest gelassen wurde. Die Sonne steht Mittlerweile am Himmen, leichte Wolken jedoch mildern das ansonsten hart wirkende Licht. Nach wie vor bleibt es Fraglich, ob die Brut mit dem noch verbliebenen Ei ein positives Ende nimmt. Gegen 16:40 Uhr bin ich dann wieder vor Ort und schaue nach den Tauchern. Keine Veränderung, bei der Ablösung um 16:53 Uhr ist wieder das Ei zu sehen.

23. August 2009

06:10 Uhr, das Termometer zeigt 11°C, trotz klarem Himmel ist ganz leichter Nebel über der Ruhr. 06:13 Uhr, die Zwergtaucher jagen sich wieder. 06:15 Uhr, ein Kormoran überfliegt mich. Der Wasserstand ist wieder deutlich gestiegen - ohne Gummistiefel wäre an vernünftige Bilder nicht zu denken. 06:17 Uhr, die Haubentaucher kommunizieren mit sanften Lauten untereinander. 06:28 Uhr, lautstark und in großen Formationen fliegen die Kanada- und Graugänse auf den Feldern ein. Ein toller Anblick! Blässhühner, Zwergtaucher, das Teichuhn und die Enten sind wieder mit von der Partie. 06:53 Uhr, ein Eisvogel fliegt rufend an mir vorbei. 08:00 Uhr, seit geraumer Zeit ist der zweite Altvogel zurück. Allerdings wird er vom brütenden Partner nicht auf das Nest gelassen. Ich beobachte eine solche Situation nicht das erste Mal. 08:30 Uhr - ab nach Hause! 16:08 Uhr, wieder vor Ort, Sonnenschein, 27°C, ich packe erst einmal nicht aus. Gerade erhebt sich der Altvogel vom Nest - immer noch ein Ei! Ich glaube das wird hier nichts mehr, Schade! Einen Moment bleibe ich noch, dann fahre ich zurück.

24. August 2009

Mein letzter Tag bevor ich nach Rügen in den Urlaub fahre. 10:07 Uhr, bei der Brutablösung kann ich wieder das eine Ei erkennen. Ich komme heute abend nochmals vorbei. 17:05 Uhr, keine Veränderung, die Brutablösung zeigt mir wieder ein Ei, auch um 17:40 Uhr ändert sich daran nichts. Ich breche ab und fahre nach Hause.

Trauriges Ende

Gemäß verlässlicher Information eines Fotofreundes wurde das zweite Ei am 24. Juli gelegt. Bei einer Brutzeit, welche den verschiedensten Literaturquellen und eigenen Beobachtungen nach bei 25 - 30 Tagen liegt, sollte es also am  23. August allerspätestens soweit sein. Am 21. August jedoch die erste traurige Nachricht - es ist nur noch ein Ei im Nest! Keiner konnte sich erklären was mit dem zweiten Ei geschehen war. Nun ruhte die Hoffnung auf dem verbliebenen Ei. Wieder waren wir täglich am Nest um die Brut zu beobachten. Am 24. August, dem 31. Tag,  machte ich meine letzte Beobachtung. Im Urlaub erfuhr ich dann von Bekannten, dass es mit Brut nun ganz vorbei war. In direkter Nachbarschaft zum Nest wurde mit Wasserbauarbeiten begonnen. Sowohl die Haubentaucher als auch die anderen Vögel in diesem Bereich verliessen das Gewässer. Trotz allem war es wieder einmal ein wundervolles Erlebnis diese Vögel bei der Brut, dem ständigen Nestbau und der Jagd beobachten zu können. 

Bildauswahl

 

Portrait
ZwergtaucherIm Prachtkleid
Portrait
Zwergtaucher
Im Prachtkleid
Umgeben von Fröschen
Bachstelze im Abendlicht
Portrait II
 Umgeben von FröschenBachstelze im Abendlicht
Portrait II
Ab ins kühle Nass
Brüten mach Müde
Futter für den Nachwuchs
 Ab ins kühle NassBrüten mach Müde
Futter für den Nachwuchs
Gähnen am MorgenAblösung bei der BrutMorgennebel
Gähnen am Morgen
 Ablösung bei der BrutMorgennebel
06:44 Uhr - Frühsport WasserlaufAn der Naheinstellgrenze - BlässhuhnHaubentaucher im Morgenlicht
 06:44 Uhr - Frühsport Wasserlauf An der Naheinstellgrenze Haubentaucher im Morgenlicht

 

 

 

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