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Wolfssichtungen auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose

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Mit Spannung erwartet – wird er nun bleiben?

+++++Gemeinsame Pressemitteilung++++ 

Lieberose. Über hundert Jahre lang galten WölfeWolf auf dem Truppenübungsplatz Liebrose Foto © snlb
in Deutschland nahezu als ausgestorben, bis
sich im Jahr 2000 die erste Wolfsfamilie in der
sächsischen Lausitz ansiedelte. Jüngste
Aufnahmen mit automatischen Kameras lassen
vermuten, dass eines der seltensten Wildtiere
Deutschlands sich auch auf dem ehemaligen
Truppenübungsplatz Lieberose dauerhaft
wohlfühlt. Hintergrundinformationen gab es
heute bei einem Pressegespräch mit Vertretern
von Stiftung Naturlandschaften Brandenburg,
Oberförsterei Lieberose und Landesumweltamt
Brandenburg.

 

Große unzerschnittene Flächen auf Truppenübungsplätzen und Bergbaufolgelandschaften bieten
Wölfen gute Lebensräume. So war es nur eine Frage der Zeit, dass eines der seltensten Säugetiere
Deutschlands in der Mark wieder heimisch wurde. Mittlerweile leben zwei Wolfsfamilien und weitere
einzelne Tiere in Brandenburg. Auch auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose gab es
immer wieder Hinweise auf Wölfe. Im Mai 2007 wurde ein solches Tier mit einer automatischen
Kamera in der Nähe des Teerofensees „geblitzt“. Dabei handelte es sich aber um eine
Einzelbeobachtung. „Seit November 2009 gibt es mehr und mehr Hinweise von Förstern und Jägern.
Die Schneedecke im Dezember ließ zudem gute Spurenbeobachtungen zu“, sagt Dr. Heiko
Schumacher, Projektleiter der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Pünktlich zum Jahreswechsel,
am 27.12. und 3.1., ließ sich dann ein Wolf beim Spaziergang auf der ehemaligen Schießbahn auf
den Flächen der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg ablichten. Darüber hinaus fotografierte sich
Mitte Januar ein Wolf mit einer Kamera des von der Brandeburgischen Technischen Universität
Cottbus im Landeswaldbereich südlich der Schießbahn geführten ökologischen Forschungsprojektes
(Dr. Krawczinsky).


Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg besitzt und verwaltet auf dem ehemaligen
Truppenübungsplatz Lieberose Flächen im Umfang von rund 3.150 ha. Hier kann sich die Natur
größtenteils frei entwickeln, so dass Wildnis entsteht – ein seltener und wertvoller Lebensraum in der
dicht besiedelten und von Verkehrswegen zerschnittenen Kulturlandschaft. „Der Wolf ist ein Tier, das
starke Emotionen wecken kann, sowohl positive als auch negative. Wir wollen Fragen mit sachlicher
Information und Aufklärung begegnen.“, sagt Dr. Heiko Schumacher. „Die Stiftung Naturlandschaften
Brandenburg heißt den Wolf in Lieberose willkommen.“


Steffen Butzeck, Wolfsbeauftragter für Süd -Brandenburg beim Landesumweltamt informiert: „Es ist
wahrscheinlich, dass sich auf dem Gebiet des ehemaligen Truppenübungsplatzes Lieberose nun
dauerhaft Wölfe ansiedeln werden. Ob schon jetzt mehr als ein Tier unterwegs ist, lässt sich noch
nicht sagen. Bei Territorialgrößen zwischen 250-300 km² bietet diese weiträumig unzerschnittene
Landschaft gute Voraussetzungen für die natürliche Ansiedlung einer Wolfsfamilie.“ Für Menschen
stellen die tierischen Gäste keine Gefahr dar. „Wölfe sind scheu und reagieren auf Geräusche und
Bewegungen mit Fluchtinstinkt, daher ist es ein seltenes Erlebnis, einen Wolf zu sehen“, sagt Claus
Seliger, Leiter der Oberförsterei Lieberose. „Ich rate, ruhig zu bleiben und den besonderen Moment zu
genießen.“ Der Landesbetrieb Forst Brandenburg ist der größte Landeigentümer auf dem ehemaligen
Truppenübungsplatzgelände. Die Ansiedlung des Wolfes wird von den Förstern positiv beurteilt und
unterstützt. „Wölfe sind faszinierende Tiere und gehören selbstverständlich in den Naturraum Wald.
Deshalb vermeiden wir alle Maßnahmen, die den Wolf stören könnten“, so Seliger. Die
Wolfsansiedlung sieht er auch aus anderer Sicht positiv: „Auch in Bezug auf die ökologische
Waldbewirtschaftung ist Meister Isegrim ein willkommener Partner. Alle Mitarbeiter der
Forstverwaltung sind besonders zum Umgang mit der Wildart Wolf geschult worden.“
Wölfe ernähren sich vorwiegend von Huftieren und Kleinsäugern, dabei unterscheiden sie natürlich
nicht zwischen erlaubter und unerlaubter Beute. Schlecht geschützte Schafe werden so in
Ausnahmefällen auch zu Beutetieren. Immer mehr Schaf- und Ziegenhalter in Brandenburg haben
sich sorgfältig darauf vorbereitet und zäunen ihre Tiere sicher ein. Es gibt effektive
Schutzmöglichkeiten, mit denen sich Halter auf die Anwesenheit des Wolfes einstellen können, z.B.
wolfssichere Elektrozäune und - bei größeren Schafherden - spezielle Herdenschutzhunde. Bei
Fragen zu Fördermöglichkeiten und Beihilfe im Falle von Wölfen verursachter Schäden an Nutztieren
berät das Landesumweltamt Brandenburg.


Ansprechpartner:
Für Rückfragen zum Thema Wolf

Steffen Butzeck, Landesumweltamt Brandenburg, Regionalreferat Süd
Tel. 0355-49911343
und Do /Fr 035603-69123

Für Rückfragen zur Oberförsterei Lieberose
Claus Seliger, Leiter des Regionalteams, Tel. 033671-2105

Für Rückfragen zur Stiftung Naturlandschaften Brandenburg
Anika Niebrügge, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0331-7453101

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