Ein Bild entsteht im Kopf - Gedanken zur Bildgestaltung
Naturfotografie wird all zu oft mit dokumentarischer Fotografie gleichgesetzt. Dabei ist sie doch
so viel mehr als nur die reine Darstellung der Situation vor Ort. Meine Art der Naturfotografie
soll die Schönheit des Augenblickes, des Motives vermitteln. Die grundsätzlichen Regeln der
Fotografie dabei einzuhalten, versuche ich umzusetzen. Der goldene Schnitt und das Motiv ausser-
halb der Bildmitte sind dabei wohl noch die gängigsten Regeln. Eine gute Hilfe bieten mir dabei
die Einstellscheiben, welche sich in diversen Kameras nachrüsten lassen. Nachstehendes Bild zeigt
das Gitter der Mattscheibe EG-d, welche in der 5D MKII verwendet werden kann.
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| Mattscheibe Eg-D für 5D MKII |
| Das in der Naturfotografie das Sprichwort "Morgenstund hat Gold im Mund" ebenso gilt, wie die Erkennt- nis, dass die warmen Farben der Abendsonne ganz wunderbare Lichtstimmungen erzeugen, sollte sich ausreichend herum gesprochen haben. Fotografie nach oder gar während eines Regenschauers hat ebenfalls einen besonderen Reiz. Gleiches gilt für den Morgen nach einer Nacht mit Schneefall. Ein Bild entsteht im Kopf - diese Weisheit stammt nicht von mir. Sie mir zu eigen machen, ist jedoch ein Anspruch an meine Art der Fotografie. Zugegeben bin ich in diesem Sinne ständig in Übung und Lehre, dass aber macht es für mich aus. Aktuell beschäftige ich mich mit der Fotografie von wilden, jungen Uhus. Sie bilden ein an sich schon sehr dankbares Motiv, jedoch gibt es auch hier Bilder, welche ich im Kopf bereits realisiert, praktisch aber noch nicht umgesetzt habe. Und wieder kommt die besondere Herausforderung in der Naturfotografie gänzlich zum Tragen. Wilde Tiere in die Bildgestaltung "einzubeziehen", gestaltet sich als eher schwierig. Ein großer Teil der bekannten Siegerbilder aus internationalen Wettbewerben ist nur durch gezieltes Anlocken möglich gewesen. Eine Luder-/ Futterstelle wird unter Berücksichtigung der Verhaltensweisen der jeweiligen Art und natürlich des Umfeldes eingerichtet. Eine tiefe Perspektive findet sich dann ebenso wieder, wie die Morgen- oder Abendsonne im Rücken, meist auch ein schöner, homogener Hintergrund. Viele, viele Ansitzfotoangebote basieren auf diesem immer gleichen Prinzip ;-) In meinem aktuellen Projekt habe ich mir in den Kopf gesetzt, einen wilden Uhu frontal, auf Augenhöhe, auf mich zufliegend, schön vom Hintergrund freigestellt, auf den Chip zu bannen. Viele Morgende und Abende habe ich mit Natur- und Fotofreunden an einer wirklich guten Location für die Uhu-Fotografie verbracht. Allein das gewünschte Ergebnis ließ und lässt auf sich warten.Viel Zeit, eine Unmenge an Geduld und die tägliche Beobachtung der Verhaltensweisen kostet diese Art der Fotografie. Tiere und Menschen haben einige Gemeinsamkeiten, tägliche Gewohnheiten gehören dazu. Zwar ist nicht alles vorhersehbar, aber gleiche/ ähnliche Flugrouten, Aktivzeiten, etc., bilden eine wichtige Grundlage um ein derartiges Vorhaben umzusetzen. Und dann kommt noch der Zufall hinzu. Denn eine gute Portion Glück muss man ebenfalls haben. Nachstehendes Bild ist meiner im Kopf gestalteten Vorgabe schon recht nahe gekommen, allerdings nicht mit der richtigen Schärfe auf den Augen und körperlich etwas zu nahe. |
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