Berlebach Pegasus
VorwortUnter Naturfotografen sind der Wimberley Head und seine "Kollegen" von den anderen Herstellern beliebt und verbreitet. Mein Benro GH-2 hat mir stets gute Dienste geleistet. In Situationen mit sich verändernden Motivstandorten und wenn Schwenks oder Mitzieher gefragt sind, dann sind diese Teleschwenker eine ausgezeichnete Wahl. In einigen Situationen jedoch fehlte mir das letzte Quäntchen Schärfe. |
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| Canon EF 500mm mit EOS 1D MKIII auf dem Pegasus |
Die ProblemstellungDie meisten von uns arbeiten oft mit langen Brennweiten, nicht wenige nutzen darüber hinaus Telekonverter um „näher“ ans Motiv heran zu rücken. Damit steigen Herausforderungen an den Unterbau, bestehend aus Stativ und Kopf. Wie schon in meinem Erfahrungsbericht zum Stativ Berlebach UNI 22 geschildert, sind die Anforderungen an diese unsere Werkzeuge hoch. Die hohe Pixeldichte der hoch auflösenden Sensoren fordert kürzere Verschlusszeiten um scharfe Bilder zu machen, als dies bei weniger hoch auflösenden Sensoren mit geringerer Pixeldichte der Fall ist. Naturfotografie findet oft in den Morgen- und Abendstunden statt. Die hier zu findenden Lichtstimmungen fordern jedoch ihren Preis. Fehlendes Licht schlägt sich in längeren Verschlusszeiten und/ oder höheren ISO nieder. Gleiches gilt für Aufnahmen in dichten Wäldern, bei Spechten zum Beispiel. In derartigen Situationen war mir der Gimbal Head nicht stabil genug. Konstruktionsbedingt ist das Schwingungsverhalten dieser Köpfe nicht das Beste. Ganz anders ist dies bei Videoneigern. Das Objektiv liegt hier auf dem Kopf auf, viele Hebel und zusätzliche Verbindungen entfallen hier konstruktionsbedingt. Mit den einschlägigen Videoneigern bin ich jedoch nicht richtig warm geworden. Der Traum vieler Fotografen, ein Kopf aus dem Hause Sachtler, bleibt jedoch auch für mich aus wirtschaftlichen Gründen eine Vision. Daher schaute ich mich nach einer Alternative um. |
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Das Flügelpferd aus MuldaAus dem Hause Berlebach kam im letzten Jahr eine neue Konstruktion auf den Markt. Pegasus heißt der 3-Wege-Neiger, welcher meinen Anforderungen genügen sollte. Die nüchternen technischen Daten lauten wie folgt: Belastbarkeit: 15kg Mein Fotofreund Peter Lindel war in meiner Umgebung der erste Fotograf, welcher diesen Kopf nutzte. Er hat nicht gerade die geringsten Ansprüche an die Technik und er ist sehr zufrieden mit dem Pegasus. Das war letztlich für mich Anstoß, diesen Kopf zu kaufen. Gedacht, getan, schnell kam der Kopf zu mir nach Hause. Auspacken, loslegen!Beim Auspacken war eines sofort klar, hier halte ich ein hochwertiges Zubehör in der Hand. Das hohe Eigengewicht schreckte mich nicht ab, passt es doch hervorragend zu meinem UNI 22, welches ebenfalls kein Leichtgewicht darstellt. Ein fester Stand und guter Halt sind mir wichtig. Kaum war der Pegasus also daheim, wurde sogleich das Stativ aufgebaut und der Kopf darauf befestigt. Das fühlte sich schon sehr gut an. Nun noch das 500er drauf und die Spielerei konnte beginnen, ganz zur Freude meiner Liebsten. Zuerst einmal weist der Kopf den Benutzer auf eine wesentliche Eigenschaft hin. Er kippt nicht zur Seite weg, sehr gut! In meiner Vorstellung soll der Pegasus im Idealfall den Benro ersetzen. Er muss also geeignet sein, Flugaufnahmen von Vögel zu ermöglichen, Actionfotografie quasi. Um sich auf die Bedürfnisse des Anwenders einzustellen, hat Berlebach dem Pegasus zwei Einstellschrauben spendiert. Die eine, kleinere und links vom Kopf befindliche, dient der Einstellung der Friktion. Die zweite ist größer und griffiger. Sie ist also die Standardbedienung des Fotografen. Mit ihr löse ich den Kopf oder stelle ihn fest. Nicht vergessen will ich eine dritte, kleine Schraube, welche der Arretierung des Objektivfußes in der Wechseleinheit des Pegasus dient. Zurück zu unserer Feststellschraube. Wird die Kamera-Objektiv-Kombi gut austarriert auf dem Kopf befestigt und ist die Friktion sauber eingestellt, bleibt die gesamte Kombination in der gewünschten Position stehen, auch ohne die Feststellschraube anzuziehen. Davon bin ich jedoch kein Freund, oder deutlicher, ich bin da eher Pessimist und ziehe diese Schraube bei Nichtgebrauch, Beobachtung und Warten auf Action, gerne an. Dies jedoch ist eine reine Frage der jeweiligen Vorlieben. Die Anordnung der Feststellschraube kommt mir in meiner Bedienung der Kamera sehr entgegen und ist für mich jederzeit gut erreichbar. In plötzlichen Situationswechseln ist das sehr wichtig. |
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Hoch wie Quer Bilder werden nicht nur im Querformat gemacht. Da ist nichts Neues. Ebenso wenig ist neu, dass man gerade die längeren Brennweiten in aller Regel durch drehen des Objektives in der Stativschelle in das Hochformat bringt. Ich nutze diese Möglichkeit ebenfalls. Berlebach hat dem Pegasus einen Klappmechanismus spendiert, welcher die gesamte Kombination in das Hochformat kippen kann. Dazu löst man einen Hebel und klappt einfach alles einmal zu Seite, arretieren, erledigt. Berlebach selbst bewirbt dies mit dem Aspekt der Panoramafotografie. Da ich dies bis dato kaum gemacht habe, ist dieser Aspekt für mich Stand heute eher ein neutraler. Es gibt die Funktion, sie funktioniert einwandfrei, fertig. |
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| Hochformat mit dem 500er davor |
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Erster Einsatz Kennen Sie das auch? Sie haben ein neues Zubehör, haben den Erhalt kaum erwarten können und dann bietet sich einfach keine vernünftige Gelegenheit zum testen? Mir jedenfalls erging es so mit dem Pegasus. Irgendwie wollte erst das Wetter nicht, dann hatte ich keine Zeit. Dann kam schließlich ein ganz anderer erster Einsatz für den Kopf. Das Pflügelpferd sollte seine lebenden (flügellosen) Verwandten zu Gesicht bekommen. Wie auch im Jahr 2010 waren wir 2011 wieder beim Duhner Wattrennen. Dort findet die einzige Veranstaltung für Pferderennen auf dem Meeresgrund statt. Mit dem UNI22 und dem Pegasus ging es ins Watt. Das Wetter war eine Herausforderung für Pferd, Reiter und Fotograf. Die Ergebnisse können Sie sich hier anschauen. |
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| Mit dem Flügelpferd zum Pferderennen |
| Aus dem Praxiseinsatz: Die Befestigung der Optik auf dem Pegasus geht schnell und problemlos. Hat man die Friktion eingestellt, läuft alles ganz wunderbar. Sowohl das Zielen auf heran stürmende Pferde, als auch das Mitziehen geht einwandfrei. Bedingt durch seine Konstruktion, kann der Kopf mit samt der Kombi nicht zur Seite weg kippen. Im Gegensatz zu meinem Benro vermittelt mir der Pegasus einen wesentlich stabileren Eindruck und eine noch ruhigere Lagerung der Optik. Auch der Benro ist ein guter Kopf und hat mir wirklich gute Dienste geleistet, hinsichtlich der Haptik und der Gesamtperfomance jedoch kann er dem Pegasus nicht die Stirn bieten. Wenn dies auch insgesamt ein Duell auf wirklich hohem Niveau ist, der Pegasus hat den Benro ganz klar geschlagen, mindestens um eine Flügelpferlänge. |







